jeden ersten Samstag im Monat…

... zeigen wir im B-Movie einen ausgewählten Film: schwul, trans, lesbisch - polygendered. Danach ist Bar. Willkommen sind alle, die im hetero- und homonormativen Mainstream nicht auf ihre Kosten kommen.
Film des Monats

Sa. 7.3.15 22 Uhr: “Der Fremde am See”

Der Fremde am See (L’inconnu du lac)

Alain Guiraudie, F 2013, 100Min., OmU, FSK16

Der 40-jährige Franck verbringt seine Sommer-Nachmittage in einem FKK-Ressort am Ufer eines See, das besonders bei Schwulen sehr beliebt ist. Er geht schwimmen, trifft alte Bekannte oder streift durch die angrenzenden Wälder. Eines Tages trifft er Henri, der immer ein wenig abseits der anderen sitzt und mit deren Liebesspielen in den Büschen und Wäldern nichts zu tun haben will. Schnell bauen die beiden sehr verschiedenen Männer ein platonisches Vertrauensverhältnis zueinander auf und führen intensive Gespräche. Körperlich hingezogen hingegen fühlt sich Franck zu dem charismatischen Michel, der das Ressort ebenfalls häufig besucht. Doch Michels eifersüchtiger Partner verhindert, dass Franck sich mit Michel zu einem Schäferstündchen im Wald verabreden kann. Eines Abends, als der Strand beinahe menschenleer ist, blickt Franck gedankenverloren auf den See und wird Zeuge eines Mordes…

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Außerdem

Sa. 7.3. Boberger (N)Ackte – Ausstellung von Ulf Ludzuweit

Passend zum Spielort unseres Films stellt der Künstler Ulf Ludzuweit an diesem Abend Teile seines Bilderzyklus “Boberger (N)Akte” im B-Movie aus.

Ulf: Es handelt sich bei meiner künstlerischen Arbeit um Aquarelle, überwiegend im Format ca. 40 * 60 cm sowie um das Ölgemälde
„The Bathers“ im Format 60 * 80 cm. Die Malereien sind meistens direkt vor Ort in den letzten Jahren entstanden.

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Film des Monats

Sa. 4.4.15 22 Uhr: “The Invisible Men”

The Invisible Men

Yariv Mozer, Israel, Palästina, Niederlande 2012, 68 min.

Hebräisch, Arabisch, Englisch, englische Untertitel

„The Invisible Men“ zeigt Schicksale schwuler Palästinenser, die von ihren Familien verstoßen wurden oder fliehen mussten und versteckt illegal in Tel Aviv leben. Werden sie von israelischen Sicherheitskräften entdeckt, schiebt man sie als illegale Einwanderer in die Palästinensergebiete ab, wo ihr Leben bedroht ist.

In Form von Interviews, Treffen und Beobachtungen des alltäglichen Lebens und Versteckens erzählt der Dokumentarfilm die Geschichten dreier palästinensischer Schwuler: Louie, 32 Jahre alt, versteckt sich seit 8 Jahren in Tel Aviv. Der 24-jährige Abdu wurde als schwul in Ramallah denunziert, der Spionage beschuldigt und von palästinensischen Sicherheitskräften gefoltert. Faris, 23 Jahre alt, flüchtete aus dem Westjordanland nach Tel Aviv, nachdem seine Familie versucht hatte, ihn zu töten. Ihre einzige Chance ist, Asyl außerhalb Israel und Palästina zu erhalten und ihre Heimat zu verlassen.

Mit Vorfilm

 

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Film des Monats

Sa. 3.1.15 22Uhr: “Das traurige Leben der Gloria S.”

Das traurige Leben der Gloria S.

Ute Schall, Christine Groß, D 2011, 75 min, FSK ab 12

Charlotte ist eine mäßig Erfolg habende Film­regisseurin und will nun einen richtig politischen Film machen und tief in das Leben sozial benachteiligter Frauen ein­tauchen. Auf der Suche nach einer allein­erziehenden Hartz-IV-Empfängerin mit zerstörter Biografie veranstal­tet sie ein Casting, bei dem sie Gloria kennen lernt. Glorias Leben ist so erdrückend schlecht, dass sie alle anderen „echten“ Frauen aussticht. Denn, was Charlotte noch nicht weiß: Gloria ist in echt eine richtige Schauspielerin. Und Gloria braucht diesen Film – vor allem das Geld. Sie erfindet sich mit Hilfe ihrer Off-Theatertruppe neu und inszeniert die traurige Heldin mit allen Klischees, die Charlotte sucht und sehen will. Alles läuft glatt, bis der ganze Schwindel auffliegt…

„Das traurige Leben der Gloria S.“ ist eine durchgeknallte, bitterböse Komödie über Frauen in der Krise, zwischen Glamour und Hartz IV, Kunst und Katastrophen, schlechtem Theater und dem harten Leben.

Mit: Christine Groß, Nina Kronjäger, Margarita Broich, Brigitte Cuvelier, Jean Chaize, Susan Todd, Sean Patten, Mira Partecke, Tina Pfurr, Inga Busch, Marie Löcker, Bastian Trost, Angelika Sautter, Roman Ott, Kerstin Honeit, Berit Stumpf, Clemens Schönborn, Janina Rudenska, Stefan Mehren u.a.

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Film des Monats

Sa. 6.12.14 22 Uhr: “Pedro”

PEDRO

Nick Oceano, USA 2008, 90 min. OmU

Der junge HIV-positive Pedro Zamora nutzte 1994 die MTV-Show „The Real World“ für eine einmalige Aufklärungs kampagne. Der Film erzählt seine bewegende Lebens- geschichte.

Als der Musiksender MTV für eine neue Staffel seiner Reality-Show gezielt nach einem HIV-positiven Mitbewohner in der Fernseh-WG suchte, war Pedro der perfekte Kandidat: engagiert, gut aussehend und selbstbewusst, voll Tatendrang und Lebensfreude.

Während der 20 Episoden, die innerhalb eines halben Jahres rund um den Globus gezeigt wurden, entwickelte sich Pedro schnell zum heimlichen Star der Show und zum Sympathieträger nicht nur für die jugendlichen Zuschauer. Pedro Zamora gab Aids ein Gesicht, und ein Millionenpublikum verfolgen am Bildschirm mit, wie er durch einen homophoben WG-Bewohner ausgrenzt wurde und sich sein Gesundheitszustand zunehmend verschlechterte.

Hatte Pedro zuvor Aufklärungsveranstaltungen in Klassenzimmern durchgeführt, sprach er nach „The Real World“ in überfüllten Hörsälen und Aulen quer durch das Land.

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Film des Monats

Sa. 1.11.14, 22 Uhr: “Eat the Rich”

Halloween-Special im Rahmen der Halloween-Party im B-Movie

Eat the Rich

Peter Richardson, GB 1987, 85 min., DF

Peter Richardson erzählt mit viel schwarzem Humor die Geschichte einer spontan entstandenen Gruppe von „Freaks”, die eine Revolution in England beginnen möchte. Revolutionsführer ist der schwule Alex, der als Kellner im Nobelrestaurant Bastards gefeuert wurde und nun obdachlos ist. Um sich an den Peinigern, die Alex im Restaurant erniedrigt haben, zu rächen, tötet die Gruppe alle Angestellten und Gäste des Bastards.

Die Gruppe führt das Restaurant nun unter dem Namen „Eat the Rich“ und bietet Gerichte aus Menschenfleisch an, deren Fleischgrundlage die getöteten Besucher und Angestellten sind. Das Restaurant läuft besser als zuvor, weil die Gäste es absolut „in“ finden, vom Personal beschimpft und erniedrigt zu werden und (angeblich) Menschenfleisch serviert zu bekommen. Schließlich muss sogar für Fleischnachschub gesorgt werden.
Verwoben ist die Geschichte mit KGB-Agenten und einem reaktionären populistischen Innenminister, der Konflikte gerne selbst mit der Faust löst. Die Musik von Motörhead gibt dem Ganzen die richtige musikalische Würze.

Der passende Beitrag zu Halloween und zur Gentrifizierung des Viertels.

Deutscher Trailer:

https://www.youtube.com/watch?v=5xkjdrzva2M

 

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LSF

Sa. 18.10. 20:15 Uhr: “Der Priester – Priest”

Wir präsentieren im Rahmen der 25. Lesbisch Schwulen Filmtage:

DER PRIESTER – PRIEST

Antonia Bird, Großbritannien 1994, 103 ‘, 35 mm,

Pater Greg Pilkington (Linus Roache) ist ein junger katholischer Geistlicher, der seine erste Stelle in einem Liverpooler Armenviertel antritt und dort mit dem wirklichen Leben konfrontiert wird. Er muss feststellen, dass die sittenstrengen Vorschriften der Kirche und seine religiösen Ideale mit der Realität nur schwer in Einklang zu bringen sind. Sein Alt-68er-Pfarrerkollege Matthew (Tom Wilkinson) hat ein Verhältnis mit der Haushälterin, und er selbst kann ebenfalls die eigene Sexualität nicht unterdrücken. So trifft er in einer Schwulenbar den jungen Arbeiter Graham (Robert Carlyle), in den er sich verliebt. Als Greg mit Graham von der Polizei in eindeutiger Situation im Auto erwischt wird, brechen Anfeindungen durch die Gemeinde und den Bischof über ihn herein. Dass der Film trotz seiner ernsten Themen nicht allzu schwer, sondern äußerst warmherzig und kurzweilig daher kommt, liegt am spröden, ungeschminkten, mit Humor durchsetzten Realismus des New British Cinema und den gelungenen Charakter studien. Regisseurin Antonia Bird legte viel Wert auf die natürliche und realistische Darstellung der schwulen Sexszenen. Auf der Berlinale 1995 gewann Der Priester den Teddy-Publikumspreis für den besten Spielfilm. as/jp

zur Filmbeschreibung

Film des Monats

Sa. 4.10.14, 22 Uhr: “Wilde”

Nachdem wir es am 5.7. vergeigt haben, zeigen wir jetzt im Oktober:

WILDE

Brian Gilbert, GB 1997, 118 min., OmU

London 1892. Die Kritiker feiern Oscar Wilde (Stephan Fry) als den neuen Dramatiker. Zwar ist sein Werk Das Bildnis des Dorian Gray um­stritten, doch in der High Society steht der irische Dandy mit der spitzen Zunge hoch im Kurs. Daheim sitzt die hübsche Ehefrau Constance mit den beiden kleinen Kindern, wäh­rend die jugendlichen Liebhaber bei dem Schriftsteller Schlange stehen. Als Wilde dem jungen Lord Alfred Douglas (Jude Law) verfällt, verändert sich sein Leben grundlegend. Seine Liebe zu dem egoistischen Aristokraten grenzt an Selbstaufgabe. Er vernachlässigt seine Arbeit, wird krank und bekommt akute Geldprobleme. Alfreds Vater, der Marquis von Queensberry, will die Beziehung zu seinem Sohn unterbinden. Es kommt zu einem Prozess, bei dem Wilde wegen Unzucht verurteilt wird. Zwei Jahre Zuchthaus mit Zwangsarbeit zerstören den feinsinnigen Schriftsteller endgültig.

In Gilberts Film steht die Person Oscar Wilde im Mittelpunkt, ein wider­sprüchlicher Mensch mit großen Gefühlen, einem scharfen Verstand, ehrlicher bürgerlicher Liebe zu Frau und Kindern sowie unbürgerlicher Leidenschaft für das gleiche Geschlecht. An seiner Homosexualität, auf die Gesellschaft und Presse mit intoleranter, bösartiger Hetze reagieren, zerbricht der Dichter, Mann, Vater Wilde schließlich. Er wird nur 46 Jahre alt.

Wilde

Film des Monats

Sa. 6.9.14 22 Uhr: “Jagdszenen aus Niederbayern”

Jagdszenen aus Niederbayern

D 1969, 88 min., sw, Regie+Drehbuch Peter Fleischmann; mit Martin Sperr, Angela Winkler, Hanna Schygulla, u.a. Nach einem 1965 ersch. Volksstück von Martin Sperr.

Nach längerer Abwesenheit kommt der 20-jährige Mechaniker Abram zu seiner Mutter in sein Heimatdorf in Niederbayern zurück. Beide sind keine Einheimischen, und man lässt sie dies spüren. Erschwerend hinzu kommt, dass Abram schwul ist und dadurch endgültig zum Außenseiter abgestempelt ist. Die als „Hure“ verschrieene Hannelore ist der einzige Mensch, der ihm Verständnis und Zuwendung entgegenbringt. Derweil steigern sich die Vorurteile der Dorfbewohner zu blankem Hass, der sich bald zu einer Art ‘Menschenhatz’ ausweitet. Abram versucht fluchtartig, das Dorf zu verlassen, doch es ist bereits zu spät. Es kommt zum Streit mit Hannelore, bei dem Abraham die junge Frau im Affekt tötet. Der Dorfpöbel gerät in Rage, die Jagdszenen in Niederbayern beginnen. Abram wird gefangen und wie ein Tier ausgestellt, während die Dorfgemeinde fröhlich feiert.

„Gebt mir nicht die Schuld. Ich hab gemacht was ich konnte. Ich hab meinen Jungen geschlagen bis er grün und blau war, hab ihn stundenlag in den Schrank gesperrt, und trotzdem ist ein Perverser aus ihm geworden…“  (O-Ton, aus einer Rezension)

„Eine polemische Entmythisierung verlogener Heimatfilmklischees, verbunden mit einer sarkastischen Beschreibung dumpfer Provinzmentalität, die als Keimzelle politischer Repression erscheint. ..“
[Lexikon des Internationalen Films]

„Fleischmann hat die Szenerie des deutschen Heimatfilms wiederentdeckt. Aber Personal und Dekorationen sind gründlich verändert. Neben den Berufsschauspielern stehen Laien vor der Kamera, das Milieu wird mit kräftigen Strichen gezeichnet. Dabei ist der Regisseur nicht ganz der Gefahr entgangen, sein Dorf als Panoptikum, die Dörfler als abnorme Monstren zu zeichnen. Doch ganz deutlich wird die bornierte Engstirnigkeit, die Mechanik des Konformismus, die den „Andersartigen“ ausstößt und jagt. Deutlich werden die Brutalität grobschlächtiger Witze, Unbelehrbarkeit, Vorurteile.“
[Reclams Filmführer]

Inhaltsangabe und Zitate aus Wikipedia.

Ausgefallen

Sommerpause im August

Im August macht das B-Movie Sommerpause. Am 2.8. ist keine Q-Movie-Bar.