jeden ersten Samstag im Monat…

... zeigen wir im B-Movie einen ausgewählten Film: schwul, trans, lesbisch - polygendered. Danach ist Bar. Willkommen sind alle, die im hetero- und homonormativen Mainstream nicht auf ihre Kosten kommen.
Allgemeines

Sa. 06.07.2019 20 Uhr: „Shortbus“ – 10 Jahre Q-Movie-Bar

John Camreron Mitchell, USA 2006, 102 min., OmU, digital

Mitchells zweiter Film spielt an einem ganz speziellen Ort – dem „Shortbus“. Dieser ist eine Mischung aus dem klassischen Pariser Salon der 1920er Jahre und einem exklusiv-experimen­tellen New Yorker Underground-Sex­club. Hier treffen sich verschiedene Menschen, die Liebe, Anerkennung, Sex und Befriedigung suchen: ein schwules Pärchen, das darüber nach­denkt, seine Beziehung zu öffnen, eine Sextherapeutin, die es sich nach allen Regeln des Kamasutra besorgen lässt, aber dabei leider keinen Orgasmus hat, und eine schutzbedürftige Domina.

John Cameron Mitchell hat Story, Dialoge und Szenen zusammen mit den engagierten SchauspielerInnen entwickelt und sieht seinen Film als Statement gegen christliche und prüde Sexualmoral. Die provozierenden, schönen und traurigen Seiten von Sexualität werden hier ebenso gezeigt wie die Stärke und Verletzlichkeit der ProtagonistInnen. Ein wunderbarer und wichtiger Film für die queere Community, in dem die Musik von Yo La Tengo und die Auftritte von J.D. (Le Tigre), Daniela Sea (The LWord), Bitch, Jay Brannan und Scott Matthew unsere Herzen höher schlagen lassen.

Anlässlich des Jubiläums ab 22 Uhr Kurzfilme!

Film des Monats

Sa. 01.06.2019 22 Uhr: „Hey Happy“

Hey Happy

Noam Gonick, Canada 2001, 70 min., OmU, digital

Winnipeg, Kanada. Eine Stadt, die geprägt ist von Ödnis und Industrie. Man erwartet eine gigantische Überschwemmung, die alles Leben auslöschen wird. Doch das Warten stumpft ab. Und so kommen ganz andere, bizarre Sorgen zum Vorschein. Etwa die von Sabu, einem jungen Partymacher, der bei seinem nächsten Rave die Zweitausend voll machen will. Seine „Mission“: mit 2.000 Männern Sex zu haben – und nur noch einer steht aus. Der zu Bekehrende heißt Happy und ist ein hübscher, aber etwas trotteliger Schrat. Er findet sein Heil in der Ufologie und lässt sich von Aliens beraten. Zu Sabus großem Verdruss wird Happy jedoch von Spanky gekidnappt, einem bösartigen Friseur und selbsternanntem „gemeinsten Biest der Welt“. Bis zum Happy? End geht es bizarr weiter.

Der Film ist eine ungewöhnliche Erzählung aus apokalyptischer Zeit. Sein Look ist mit seinen farbstarken CinemaScope-Bildern betörend und die Filmmusik mit einem Mix von Trip-Hop bis zu Easy Listening macht den Film zu einem entspannten Trip, der die 1970er Jahre ganz schön alt aussehen lässt.

LSF

Before Stonewall

Vor unserem Film starten um 19:30 Uhr die lesbisch schwulen Filmtage ihre Reihe „United in Anger – 50 Jahre Stonewall Riots“ im B-Movie mit

Before Stonewall

Regie: Greta Schiller, Andrea Weiss, Robert Rosenberg. USA, 1984, 87 Min., OmU, digital

Dieser Queer Cinema Klassiker blickt ausführlich auf die Zeit vor den Riots und zeigt die aufgeladene Stimmung in den USA der 1960er Jahre. Die Doku ist mittlerweile zu einem Standardwerk in Sachen schwul-lesbischer Geschichte geworden.

Vorfilm: Happy Birthday, Marsha!

Regie: Tourmaline, Sasha Wortzel.  US 2017, 14 Min., OV, digital,

Was passierte in den Stunden bevor Trans* Künstlerin und Aktivistin Marsha P.(ay it no mind) Johnson die Stonewall Riots entfachte?

Film des Monats

Sa. 4.5.19 22 Uhr: „Dyke Hard“ präsentiert von Didine & Blessless

Dyke Hard

Bitte Andersson, Schweden 2014, 94 min., OmU, Digital

„Dyke Hard“ sind die geilste Band der Welt, nur leider interessiert das nach ihrem ersten Hit niemanden mehr. Als Sängerin Riff frustriert die Band ver­lässt, wollen Peggy, Bandito und Scotty alleine weiter machen und ihren Ruhm bei einem Band-Contest wieder­beleben. Doch die mysteriöse Milliardärin Moira führt einen grausamen Rache­feld­zug gegen Dyke Hard und versucht mit allen Mitteln, die Mädchen aus dem Weg zu räumen. Werden sie es trotzdem rechtzeitig zum Wett­bewerb schaffen?

Sexsüchtige Rockerinnen, splitternackte Schlossgeister, zügellose Dykes-on-Bikes, um sich schießende Cyborgs, eine rauschhafte Knast-Orgie mit neongreller Lack-und-Leder-Disco-Show und Dildosex auf der Hollywood­schaukel – das ultra-trashige Regiedebüt der Schwedin Bitte Andersson bietet alles, was das queere Herz begehrt.

Präsentiert von den liebreizenden und fantastischen Blessless Mahoney und Didine van der Platenvlotbrug.

Ausgefallen

kein Q-Movie im April

Die Q-Movie Bar macht Platz für die dokumentarfilmwoche und pausiert im April.

Film des Monats

Sa. 2.3.19 22h: „Männerfreundschaften“

Männerfreundschaften

Rosa von Praunheim, 85 min., D 2018, digital

Wie schwul bzw. lesbisch waren Goethe und seine Zeitge­nossIn­nen? Überhaupt nicht, wie wir wissen, denn die Vorstellung von sexuellen Orientierungen und Identitäten existierte im 18. Jahrhundert noch nicht.
Inspiriert von Robert Tobins „Warm Brothers – Queer Theory and the Age of Goethe” beleuchtet Rosa von Praunheim den Umgang der Weimarer Klassiker mit gleichgeschlechtlichem Begehren und gleichgeschlecht­lich­er Sexualität. Auf seiner Italien­reise schrieb etwa Goethe, der Lieb­lings­dichter vieler Deutscher: „Knaben liebte ich wohl auch. Doch lieber sind mir die Mädchen.“ Inszenierungen von Briefwechseln, Lyrik und dramatischen Texten an den Orten ihres Entstehens werden durch Interviews mit LiteraturwissenschaftlerInnen und Histo­rike­rInnen und nicht zuletzt durch Reflexionen der DarstellerInnen über den Sinn der Fragestellung kommentiert.

Film des Monats

Sa. 2.2.19 22 Uhr „Spa Night“

Spa Night

Andrew Ahn, USA 2016, 93 min., Englisch-Koreanisch, OF m. dt. UT

Spa Night

David (Joe Seo) lebt als Sohn koreanischer EinwandererInnen in Los Angeles, die ihn aufs College schicken möchten und versuchen, für teure Vorbereitungskurse Geld aufzubringen. David möchte seine Eltern nicht enttäuschen, hat aber einerseits andere Interessen und schafft es andererseits nicht, die erforderlichen Leistungen zu bringen.

Ein nächtlicher Streifzug durch die Welt Koreatowns mit seinen neonbeleuchteten Restaurants endet für David und die jungen Männer, mit denen er unterwegs ist, in einem traditionellen koreanischen Badehaus, in dem sie wieder nüchtern werden wollen. David und die ihm eher flüchtig bekannten Jungs entdecken, dass Davids Blick zu lange auf einem anderen Oberschenkel hängen bleibt. Wohin soll David mit der aufkeimenden Lust in einer engmaschig vernetzten koreanischen Community? Er heuert in dem Spa an, der Tag und Nacht geöffnet ist, und im Ruheraum oder in einer verdunkelten Ecke die Möglichkeit zu versteckten Blicken und Berührungen gibt.

Der junge Regisseur Andrew Ahn erzählt in diesem besonderen Coming-out-Film Davids und auch einen Teil seiner eigenen Geschichte zwischen verschiedenen Welten langsam, melancholisch, erotisch und liebevoll.

Kooperation

am 12.1.19: Schwule Baustelle im Hafen – ein queerer Abend!

Tante Paul, Hafenvokü, Q Movie Bar und weitere Freunde der Schwulen Baustelle feiern am 12. Januar einen queeren Abend  im Hafen.

Mit dabei: St. Pauli Perlen, Steife Brise (Impro-Theater), Nico, Didine van der Platenvlotbrug & Blessless Mahoney.

Am 12. Januar ab 21 Uhr im Buttclub.

Film des Monats

Sa. 5.1.19 22 Uhr: „Closet Monster“

Closet Monster

Stephen Dunn, Kanada 2015, 90min, OmU, DCP

Der sensible Oscar entdeckt seine Homosexualität, die erste Liebe und schließlich sich selbst. Dieses erzäh­le­rische Grundgerüst ist beinahe das einzig Konventionelle am tollen Spiel­film­debüt des Kana­diers Stephen Dunn. Der verleiht seiner Mischung aus Drama und Komödie nämlich einen wunderbar fantasti­schen Anstrich. Oscar unterhält sich mit seinem Hamster Buffy (gesprochen von Isabella Rosselini!), bastelt an Monster-Make-up-Effekten und knabbert an einem Kindheitstrauma, für das der Film drastische, vom Horrorfilm inspirierte Bilder findet. Oscar ringt mit seinem Schwulsein, seit er als kleiner Junge Zeuge eines homophoben Überfalls wurde. Auch kurz vor seinem Highschool-Abschluss hadert er noch mit sich selbst. Als er beim Jobben im Baumarkt den ebenso verführerischen wie undurchschaubaren Wilder kennenlernt, führt das natürlich unweigerlich zu ebenso großen Gefühlen wie Schwierigkeiten, doch die von keiner Seite aufgearbeitete Trennung seiner Eltern lastet mindestens genauso schwer auf seiner Psyche. Dank seiner stylishen Bilder und seines tollen Soundtracks sticht der unzählig ausgezeichnete Film aus der Coming-out-Masse heraus. (lsf 2016)

Trigger-Warnung: Homophobe Gewalt

Film des Monats

Sa. 1.12. 22 Uhr: „Holding the man“

Holding the man

Neil Armfield; Australien 2015; 127min.; Digital

Basierend auf der erfolgreichen Autobiographie Timothy Conig­raves, erzählt der Film die unvergesslich romantische, lustige und zartbittere Geschichte der 15 Jahre währenden Liebesbeziehung zwischen Timothy und dem Jungen, in den er sich in der High School verliebt, John Caleo. Tim ist ein aufstrebender Schauspieler, John, der Kapitän der Fußballmannschaft. Ihre fast unmögliche Beziehung blüht auf, auch oder vor allem wegen all der Vorurteile und Widrigkeiten, die ihnen entgegen schwappen. Alle sind gegen sie Lehrer, Mitschüler, Eltern. Doch die beiden geben nie auf. Von den 70ern bis in die 90er begleiten wir das ungleiche Paar durch Höhen und Tiefen, von der australischen Vorort-Provinz bis in die Schwulensaunas Sydneys und sind vor allem eins: tief bewegt und durch und durch verliebt in Tim und John.
Dies bleibt auch so, wenn uns der Film schonungslos mit nimmt in die zunehmend schwierige Phase, in der Johns Körper als erster an Aids erkrankt. Sein ebenfalls infizierter Partner bleibt dicht dran – trotz aller Widrigkeiten.