jeden ersten Samstag im Monat…

... zeigen wir im B-Movie einen ausgewählten Film: schwul, trans, lesbisch - polygendered. Danach ist Bar. Willkommen sind alle, die im hetero- und homonormativen Mainstream nicht auf ihre Kosten kommen.
Film des Monats

Sa. 1.10.22 22 Uhr: „Mysterious Skin“

Mysterious Skin – Unter die Haut

Gregg Araki, USA/NL 2004, 100 min

Als der Achtjährige Brian (Brady Corbet) im Keller seines Eltern­hauses zu sich kommt, kann er sich nicht daran erinnern, was in den letzten Stunden mit ihm passiert ist. Die für ihn nächst­liegende Erklärung scheint eine Entführung durch Außerirdische zu sein. Der gleichaltrige Neil (Joseph Gordon-Levitt) erlebt um die gleiche Zeit eine ähnlich schick­sal­hafte Erfahrung, als er sich in den Trainer seiner Baseballmannschaft verliebt.

Zehn Jahre später sucht Brian nach einer Erinnerung an das Erlebte und ahnt, dass Neil der Schlüssel zur Erinnerung sein könnte. Der arbeitet mittlerweile als Stricher und hat gerade die Kleinstadt verlassen um in New York sein Glück zu suchen. Erst als Neil zum Weihnachtsbesuch in der Stadt ist, treffen sich die beiden und plötzlich ergeben die einzelnen Puzzleteile einen Sinn und sie erkennen, welch dunkles Geheimnis sie verbindet und was ihre Narben, sowohl innerlich als auch äußerlich, zu bedeuten haben…

Warnung: Enthält Szenen mit sexualisierter Gewalt

Film des Monats

Sa, 5.11.22, 22 Uhr: „HOMO FATHER“

Piotr Matwiejczyk, PL 2005, 56 min., OmU, digital
mit Bodo Kox, Dawid Antkowiak, Daria Iwan, Goria Kornyluk

Gabriel und Robert lieben sich. Robert versteckt ihre Beziehung vor der Welt, was zu komischen Avancen seiner Arbeitskolleg*innen führt. Gabriel hingegen möchte ihre Liebe allen mitteilen, was den vor ihrem Block lauernden Typen nicht gefällt. Inmitten der Arbeitsroutine Roberts und des Heimalltags Gabriels erscheint plötzlich Natalia, die Gabriel ihre dreijährige Tochter anvertraut. Diese Situation führt schon bald zur Anspannung zwischen den zwei Verliebten …

Als der erste schwule Film aus Polen angekündigt, ist Homo Father eine formal kreative, auf Mini-DV gedrehte Komödie über Liebe und Kinderwunsch. Mit einem dynamischen Schnitt, bissigen Dialogen und liebevollen Charakteren schafft der Film einen guten Spagat zwischen Humor und tiefer Berührung.

Ein Film über Liebe und Kinderwunsch, der zwischen Komödie und tiefer Berührung balanciert.

Film des Monats

Sa. 3.9.22 22 Uhr: „Sequin in a blue room“

Sequin in a blue room

Samuel van Grinsven; Aus 2019, 83 Min; digital; FSK: 16

Sequin ist 16 und erkundet sein Begehren mit anonymen Sexdates, die er über Apps klar macht. Dabei hat er nur eine Regel: Nie einen Kerl zweimal treffen! Bis er über einen Chat im Blue Room landet, einer mysteriösen Gruppensex-Party ohne Limits. Sequin gerät in den Bann eines betörenden Fremden – und muss ihn am nächsten Tag unbedingt wiedersehen! Der Beginn einer gefährlichen Suche nach dem Objekt der Begierde.

Coming-of-Age in Zeiten von Grindr, Gayromeo und Co.: In seinem berauschenden Debütfilm bettet Samuel Van Grinsven das sexuelle Erwachen eines Teenagers in einen lustvollen Thrillerplot, in dem der australische Shooting-Star Conor Leach als rothaariger Twink im Pailettenhemd funkelt.

Kooperation

So, 3.7.22, 20:00 Uhr „The Angelic Conversation“

The Angelic Conversation, zu Gast ist der Salzgeber Verleih, Berlin

UK 1985, 78 Min., OmU, 35 mm, Regie: Derek Jarman, Erzählerin: Judi Dench, mit Paul Reynolds, Phillip Williamson, Timothy Burke

Eine Veranstaltung zum 35. Geburtstag des B-Movie.
Das B-Movie schreibt:
FOREVER 35
Im Juli fallen zwei Ereignisse im B-Movie zusammen: das 35-jährige Jubiläum und der analoge Monat. Unser Motto: 35 mm für 35 Jahre! Wir wollen das B-Movie feiern, das Programm spiegelt unsere Kinogeschichte. Beteiligt waren B-Movie-Mitglieder*innen, Wegbegleiter*innen und Filmkompliz*innen mit zündenden Ideen für Filme und Gäste. Zur B-Movie-Familie gehören auch der Dokumentarfilmsalon auf St. Pauli, der seit Jahren dem besonderen Dokumentarfilm in unserem Hinterhofkino ein festes Zuhause gibt. Das gilt auch für die Q-Movie Bar mit polygendered Filmen und die Hörbar mit experimentellen Musikabenden und Konzerten. Wir freuen uns auf euch: unsere Besucher*innen. In diesem Sinne: Filme feiern Feste! Gefördert von MOIN, Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein

In diesem Film geht es um Shakespeare und um Liebe. Und zwar um 14 seiner Sonette, von denen Jarman die unterschwellig homoerotischen Themen visualisiert. Das Ergebnis sind surrealistische, traumartige Bildcollagen, auf 16mm gedreht und untermalt mit experimenteller Musik von der Band The Coil und anderen flüchtigen Geräuschen. Judi Dench liest und interpretiert die Texte mit ihrer Stimme aus dem Off. In diesem filmischen Projekt zeigt sich einmal mehr Jarmans Gespür für besondere und unkonventionelle Räume. 
„Mein strengster Film, und gleichzeitig der, der mir am meisten am Herzen liegt.(…) ein Film mit Menschen, die ich mag, an Orten und in Räumen, die ich mag. Der größte Teil des Materials wurde auf der Isle of Grain gedreht, im Osten Londons an der Mündung der Themse, eine sehr geheimnisvolle Landschaft…“ (Derek Jarman)
Zu Gast ist der Salzgeber Verleih aus Berlin, der früh die Werke Derek Jarmans ins deutsche Kino brachte und mit dem das B-Movie seit Jahrzehnten zusammenarbeitet.

Film des Monats

2.7.22, 20 Uhr: „Priscilla – Königin der Wüste“

ACHTUNG – BEGINNT UM 20 UHR!!!

Priscilla – Königin der Wüste

Stephan Elliott; Australien 1994; 104 Min; 35mm!; Deutsche Fassung

Zwei Drag Queens (Anthony/Mitzi und Adam/Felicia) und Transfrau Bernadette, für ihre Show schon weithin bekannt, bekommen das Angebot von Mitzis Exfrau, in ihrem Casino in Alice Springs, einem abgelegenen Ort in der australischen Wüste zu performen. Sie wagen sich an das Abenteuer und reisen mit Priscilla, ihrem Pink lackierten Schulbus quer durchs australische Outback. Der Trip ist reich an kuriosen Begegnungen mit eigenartigen Charakteren und zickigen Streits. Doch ist das Trio auch nicht vor homophoben Angriffen gefeit. Erst in Alice Springs erfahren die anderen, dass Mitzi auch noch einen Sohn hat.

Die spezielle Mischung aus Komik und Tiefgang ist es, die Priscilla, Queen of the Desert zu einem Road Movie der besonderen Art macht – unterlegt unter anderem von den Disco-Evergreens der Village People, von Gloria Gaynor, Patti Page und (natürlich) ABBA.

Film des Monats

11.6.22, 22 Uhr: „El último verano de la Boyita“ – „Mein Sommer mit Mario“

El último verano de la Boyita – Mein Sommer mit Mario

Julia Solomonoff, Argentinien/Spanien/Frankreich 2009, 88 min., Digital, FSK 12

Da ihre pubertierende ältere Schwester sich ihr entzieht, verbringt Jorgelina mit ihrem Vater den Sommer auf einer Ranch auf dem Lande. Dort entwickelt sich zwischen ihr und Mario eine enge Freundschaft. Oft hat der nur wenig ältere Mario für die etwa zehnjährige Jorgelina nicht viel Zeit. Schließlich muss er seinen Eltern bei der Arbeit helfen – und er trainiert gerade für ein Pferderennen. Ein wichtiges Ereignis für ihn, will er doch damit endlich als junger Mann in seinem Dorf anerkannt werden!

Die Freundschaft wird überschattet von einem wichtigen Geheimnis: Eines Tages entdeckt Jorgelina einen Blutfleck auf Marios Sattel und einen anderen an seiner Hose. Sie versucht zu verstehen: Warum ist Mario nicht so wie anderen Jungen sind?

Ruhig und einfühlsam erzählt dieser argentinische Film mit natürlich wirkenden jungen Laiendarsteller#innen davon, dass Menschen „intersexuell“ sein können.

Film des Monats

7.5.22, 22 Uhr: „Sharayet – Eine Liebe in Teheran“

Bitte beachtet die am Veranstaltungsabend geltenden Einlassbedingungen des B-Movie (Stand 26.01.22 ist das „2G+“, s. Startseite B-Movie,).

Sharayet – Eine Liebe in Teheran

Maryam Keshavarz, USA/Frankreich/Iran 2010,
105 min., OmU, Digital, FSK 12

Ein Film über die Liebe zweier junger Frauen in Teheran: Nach außen hin nur beste Freundinnen, nutzen die Schülerinnen die Freiräume, die sich ihnen im Rahmen der Jugend-Subkultur und im heimischen Schutz einer liberalen Familie bieten. Als der Bruder eines der Mädchen, ein religiöser Fanatiker, in die Familie zurückkehrt, droht der Kollaps.

Der Erstlingsfilm einer iranisch-ameri­kani­schen Filmemacherin porträtiert als realis­ti­sche Allegorie eindringlich die Schizophrenie einer Gesellschaft, in der sich die Sehnsucht nach Freiheit und Vergnügen zwar Nischen sucht, was aber nur unter dem Siegel der Verschwiegenheit und überschattet von der Drohung staatlicher Restriktionen geschieht.

Film des Monats

2.4.22, 19.30 Uhr: „Uferfrauen“, 22 Uhr: „Out in Ost-Berlin“


Bitte beachtet die am Veranstaltungsabend geltenden Einlassbedingungen des B-Movie (Stand 16.03.22 ist das „FP2-Maske und bei Verzehr: 3G“, s. Startseite B-Movie,).

Uferfrauen – Lesbisches L(i)eben in der DDR

Barbara Wallbaum, D 2019, 115 min., digital

Uferfrauen begleitet sechs Prota­gonis­tin­nen, die in Groß- und Kleinstädten in Nord und Süd der DDR lebten und jede Menge zu erzählen haben: Die Frauen lassen das Publikum an ihrem damaligen Lebensalltag teilhaben, an ihrem Kampf um Selbstbestimmung, der ersten Liebe, un­konventioneller Familienplanung sowie Konflikten mit der SED und dem Gesetz.Uferfrauen vermittelt das omnipräsente Gefühl von der Einsamkeit als Außenseiterin, der gesellschaftlichen Tabuisierung von Homosexualität, dem Zwang nach Konformität und der Anpassung in einem repressiven Staat – ein Leben am (privaten) Rand der Gesellschaft, immer im persönlichen Zwiespalt, ins kalte Wasser zu springen oder am sicheren Ufer zu bleiben.

Out in Ost-Berlin. Lesben und Schwule in der DDR

Jochen Hick, Andreas Strohfeldt, D 2013, 94 min., digital

Auch in der DDR erlebten die meisten Homosexuellen Angst und Schuldgefühle. Seit 1968 war männliche Homosexualität in der DDR straffrei, doch sie blieb ein Tabu. Viele Homo­se­xu­elle gerieten in den dramatischen Konflikt zwischen Hei­mat­liebe und Protest gegen den sie ignorierenden Staat. Manc­he wollten einfach nur „ganz normal leben“, manche wehr­­ten sich gegen ihre Ausgrenzung, andere kämpften für Freiräume und Emanzipation. Argwöhnisch beäugt vom MfS, organisierten sie sich unter dem Dach der evangelischen Kirche. Die „Homos“ wurden ein Politikum. Out in Ost-Berlin er­zählt spannende, überraschende Geschichten aus dem Alltag einer Minderheit in der DDR.

Film des Monats

5.3.22, 22 Uhr: „Benjamin“

Bitte beachtet die am Veranstaltungsabend geltenden Einlassbedingungen des B-Movie (Stand 26.01.22 ist das „2G+“, s. Startseite B-Movie,).

Benjamin

Simon Amstell, GB 2018, 89 min.,OmU

Der 30-jährige Benjamin Oliver (Colin Morgan) ist ein aufstrebender Londoner Filmemacher. Gerade dreht er seinen zweiten Film, in dem er seine eige­nen Bindungsprobleme verarbeitet. Bereits sieben Jahre arbeitet er nun schon an dem Projekt und hat diesem dabei in seinem Leben alles andere unter­geord­net. Eine lange gewälzte künstlerische Entscheidung stößt bei der Uraufführung auf ein geteiltes Echo von Publikum und Kritik.

Am Abend vor der Premiere lernt er in einer Bar den erfolgreichen französischen Sänger Noah (Phénix Brossard) kennen und fühlt sich wie ma­gisch zu ihm hingezogen. Benjamins Sinnkrise wird durch den ausbleibenden Erfolg verschärft, auch weil er nicht weiß, ob er bereit für die „wahre Liebe“ ist, jetzt wo seine Karriere in Trümmern liegt. Die beiden bewegen sich mit viel Freude und viel Schmerz zwischen Nähe und Distanz.

Film des Monats

Sa. 12.02.22 22 Uhr: „Moonlight“

Bitte beachtet die am Veranstaltungsabend geltenden Einlassbedingungen des B-Movie (Stand 26.01.22 ist das „2G+“, s. Startseite B-Movie,).

Moonlight

Barry Jenkins, USA 2016, 111 min.OmU

Der neunjährige, „Little“ genannte Chiron (Alex R. Hibbert) spricht nicht viel. Er frisst den Kummer in sich hinein, den seine alleinerziehende Mutter Paula (Naomie Harris) mit ihrer Cracksucht verursacht. Der Drogenhändler Juan (Mahershala Ali) und dessen Freundin Teresa (Janelle Monáe) helfen dem Jungen, sich zu öffnen.

Als Teenager (Ashton Sanders) hat Chiron dann starke Probleme an der Highschool und macht mit seinem besten Freund Kevin (Jharrel Jerome) die ersten sexuellen Erfahrungen.

Schließlich, mit Ende 20, hat Chiron die Opferrolle abgelegt. Er nennt sich Black (Trevante Rhodes) und macht sein Geld als Drogendealer. Ein überraschender Anruf von Kevin (André Holland) aber löst etwas in ihm aus: Der Freund von früher, in­zwischen ein Koch, bittet Black, ihn in Miami zu besuchen …