jeden ersten Samstag im Monat…

... zeigen wir im B-Movie einen ausgewählten Film: schwul, trans, lesbisch - polygendered. Danach ist Bar. Willkommen sind alle, die im hetero- und homonormativen Mainstream nicht auf ihre Kosten kommen.
Film des Monats

Sa. 07.12.19, 22 Uhr: „Philadelphia“

Philadelphia

Jonathan Demme, USA 1993, 125 min., OmU

Philadelphia ist der erste große Hollywood­film, der sich kritisch mit dem gesell­schaftlichen Umgang mit AIDS-Erkrankten und schwulen Männern in den USA ausein­andersetzte. Jonathan Demmes Gerichts­drama war ein großer Erfolg und erhielt auch zahlreiche Preise, unter anderem 1994 den Oscar für den besten Haupt­darsteller. Nicht nur christliche Fundamen­talist­Innen kritisierten den Film, sondern auch Aids-AktivistInnen, weil er Klischee reproduziere und nicht bekämpfe.

Der ehrgeizige junge Anwalt Andrew Beckett (Tom Hanks), der eine aussichts­reiche Karriere vor sich hat, wird von der angesehenen Kanzlei, für die er arbeitet, unter einem Vorwand entlassen, nach die ersten Anzeichen einer AIDS-Erkrankung für alle sichtbar werden. Beckett möchte seinen ehemaligen Arbeitgeber wegen Diskriminierung auf Entschädigung verklagen. Als Rechtsbeistand findet er schließlich Joe Miller (Denzel Washington), der die Vertretung erst übernimmt, nachdem er miterlebt hat, wie Beckett in einer wissenschaftlichen Bibliothek wegen seiner Erkrankung diskriminiert wird, und nur langsam seine eigenen Vorurteile ablegt.

Film des Monats

Sa. 02.11.19 22 Uhr: „Nach der Zukunft“ und „Leiber“

NACH DER ZUKUNFT

André Krummel, D 2017, 46 min., OF mit engl. UT, digital

Nach dem Film gibt es Gelegenheit zu einem Publikumsgespräch mit André Krummel und Ortwin Passon, dem Regisseur und dem Protagonisten des Films.

Irgendwo zwischen der militärisch an­mu­ten­den Ordnung provinzieller THW-Veran­stal­tun­gen und der Ekstase schwuler Sex-on-Meth-Partys spielt sich Ortwin Passons Leben ab.

HIV-positiv hat er die Zeit überlebt, in der seine Diagnose noch einem Todesurteil gleichkam. Nun kämpft er für das Recht auf ungeschützten Sex und schreibt über die politische und strafrechtliche Relevanz von „Barebacking” seine Dissertation. Mittler­weile schon so lange, dass sein Doktorvater vermutlich die Fertigstellung nicht mehr mit erleben wird.

Als kritischer Politologe wendet er sich in seinen Publikationen gegen einen Staat, der in seinen Augen repressiv agiert und Frei­heits­rechte einzuschränken sucht. Privat lotet er die Grenzen radikal aus, die Staat und Öffentlichkeitsetzen: auf Gruppensexpartys, bei denen er unter Einfluss harter Drogen unge­schützten Analverkehr mit Männern hat.

NACH DER ZUKUNFT erzählt vom Leben nach dem Nicht-Eintreten des Todes, dem Bedürfnis nach Souveränität und Legitimation und ist gleichzeitig ein intimes Psychogramm einer komplexen Persönlichkeit.

vorher:

LEIBER

Andrè Krummel, D 2014, 10 min., OF mit engl. UT, digital

Der 20-Jährige Felix (Jonathan Berlin) hat vor einem halben Jahr angefangen, mit Sex schnelles Geld zu verdienen. Mehrmals die Woche verabredet er sich mit älteren Männern. Etwas Intimes sieht Felix daran nicht, schließlich ist es für ihn ein mechanisches Rein-und-Raus. Doch diesmal trifft Felix auf einen Kunden (Gerhard Polacek), der 250 Kilo wiegt. Felix ist gezwungen sich auf eine andere Weise mit dem gefährlich übergewichtigen Geschäftsmann auseinanderzusetzen. Dabei erfährt er dessen faszinierende Geschichte, die Felix zu einer Erkenntnis über sich selbst bewegt.

Film des Monats

Sa. 5.10.19 22 Uhr: „Tangerine LA“

TANGERINE LA

Sean Baker, USA 2015, 88 min., OmU, digital

Einen Tag lang folgen wir den beiden transsexuellen Pros­tituierten Sin-Dee (Kiki Rodriguez) und Alexandra (Mya Taylor) sowie dem aus Armenien stammenden Taxifahrer-Freier Razmik (Karren Karagulian) an Weihnach­ten durch den Alltag rund um die Kreuzung Santa Monica Boulevard und Highland Avenue. Es geht um Eifersucht, weil Sin-Dee die Frau auftreiben will, mit der ihr Freund und Zuhälter sie betrogen haben soll. Es geht um Träume, denn abends wird Alexandra in einer Bar als Sängerin einen Auftritt versuchen. Und nicht zuletzt geht es um Freundschaft.

Dass jenseits der Nische des Queer Cinema ein Kinofilm mit großer Selbstverständlichkeit zwei transsexuelle Protagonistinnen ins Zentrum stellt, ist nach wie vor außergewöhnlich. Noch exzeptioneller erscheint, dass Independent Regisseur-Baker dabei nicht nur ohne den manierierten Kitsch auskommt, sondern auch auf jede Art von »straight-washing« verzichtet – und mit Rodriguez und Taylor tatsächlich zwei Transgender-Darstellerinnen besetzte. Aus technischer Sicht ist bemerkenswert, dass dies der erste Breitbildformat-Kinofilm ist, der ausschließlich mit iPhones gedreht wurde.

Film des Monats

Sa. 07.09.2019 22 Uhr: „Small Apartments“

Small Apartments

Jonas Akerlund, USA 2012, 97 Min., OmU, digital

Franklin Franklin (Matt Lucas) lebt allein in einem schäbigen Apartment in Los Angeles. Er spielt gern Alphorn und träumt von einem Umzug in die Schweiz. Er trinkt nur Wasser, hat keine Körperbehaarung und verbringt den Großteil seiner Zeit nur in Unterhosen. Außerdem hat er seinen Vermieter Mr. Olivetti (Peter Stormare) aus Versehen getötet, aber wie so vieles in seinem Leben scheint ihn das wenig zu beschäftigen. Die einzige menschliche Beziehung, die er führt, ist die zu seinem Bruder Bernard (James Marsden). Franklins schräge Nachbarn bekommen von all dem wenig mit: Der stets betrunkene Polizist Burt Walnut (Billy Crystal), die Möchte-Gern-Vegas-Stripperin Simone (Juno Temple), der Kiffer Tommy (Johnny Knoxville) und der streitlustige Mr. Piment (James Caan) haben ihre eigenen Sorgen und Probleme. Als Franklin versucht, den Todesfall von Mr. Olivetti als Selbstmord zu inszenieren, setzt er damit eine Reihe von weitreichenden Ereignissen in Gang, die sein Leben nachhaltig verändern.

Für die Hauptrolle rekrutierte Åkerlund den Comedian Matt Lucas, der vor allem für seine Anarcho-Rollen in der Serie „Little Britain“ bekannt ist und schuf eine berührende, schräg-eigenwillige Komödie, die auf andere Art „queer“ ist!

Ausgefallen

Sommerpause

Wir machen im August Sommerpause und sehen uns am 7. September wieder.

Film des Monats

Sa. 06.07.2019 20 Uhr: „Shortbus“ – 10 Jahre Q-Movie-Bar

Shortbus

John Camreron Mitchell, USA 2006, 102 min., OmU, digital

Mitchells zweiter Film spielt an einem ganz speziellen Ort – dem „Shortbus“. Dieser ist eine Mischung aus dem klassischen Pariser Salon der 1920er Jahre und einem exklusiv-experimen­tellen New Yorker Underground-Sex­club. Hier treffen sich verschiedene Menschen, die Liebe, Anerkennung, Sex und Befriedigung suchen: ein schwules Pärchen, das darüber nach­denkt, seine Beziehung zu öffnen, eine Sextherapeutin, die es sich nach allen Regeln des Kamasutra besorgen lässt, aber dabei leider keinen Orgasmus hat, und eine schutzbedürftige Domina.

John Cameron Mitchell hat Story, Dialoge und Szenen zusammen mit den engagierten SchauspielerInnen entwickelt und sieht seinen Film als Statement gegen christliche und prüde Sexualmoral. Die provozierenden, schönen und traurigen Seiten von Sexualität werden hier ebenso gezeigt wie die Stärke und Verletzlichkeit der ProtagonistInnen. Ein wunderbarer und wichtiger Film für die queere Community, in dem die Musik von Yo La Tengo und die Auftritte von J.D. (Le Tigre), Daniela Sea (The LWord), Bitch, Jay Brannan und Scott Matthew unsere Herzen höher schlagen lassen.

Anlässlich des Jubiläums ab 22 Uhr Kurzfilme!

Film des Monats

Sa. 01.06.2019 22 Uhr: „Hey Happy“

Hey Happy

Noam Gonick, Canada 2001, 70 min., OmU, digital

Winnipeg, Kanada. Eine Stadt, die geprägt ist von Ödnis und Industrie. Man erwartet eine gigantische Überschwemmung, die alles Leben auslöschen wird. Doch das Warten stumpft ab. Und so kommen ganz andere, bizarre Sorgen zum Vorschein. Etwa die von Sabu, einem jungen Partymacher, der bei seinem nächsten Rave die Zweitausend voll machen will. Seine „Mission“: mit 2.000 Männern Sex zu haben – und nur noch einer steht aus. Der zu Bekehrende heißt Happy und ist ein hübscher, aber etwas trotteliger Schrat. Er findet sein Heil in der Ufologie und lässt sich von Aliens beraten. Zu Sabus großem Verdruss wird Happy jedoch von Spanky gekidnappt, einem bösartigen Friseur und selbsternanntem „gemeinsten Biest der Welt“. Bis zum Happy? End geht es bizarr weiter.

Der Film ist eine ungewöhnliche Erzählung aus apokalyptischer Zeit. Sein Look ist mit seinen farbstarken CinemaScope-Bildern betörend und die Filmmusik mit einem Mix von Trip-Hop bis zu Easy Listening macht den Film zu einem entspannten Trip, der die 1970er Jahre ganz schön alt aussehen lässt.

LSF

Before Stonewall

Vor unserem Film starten um 19:30 Uhr die lesbisch schwulen Filmtage ihre Reihe „United in Anger – 50 Jahre Stonewall Riots“ im B-Movie mit

Before Stonewall

Regie: Greta Schiller, Andrea Weiss, Robert Rosenberg. USA, 1984, 87 Min., OmU, digital

Dieser Queer Cinema Klassiker blickt ausführlich auf die Zeit vor den Riots und zeigt die aufgeladene Stimmung in den USA der 1960er Jahre. Die Doku ist mittlerweile zu einem Standardwerk in Sachen schwul-lesbischer Geschichte geworden.

Vorfilm: Happy Birthday, Marsha!

Regie: Tourmaline, Sasha Wortzel.  US 2017, 14 Min., OV, digital,

Was passierte in den Stunden bevor Trans* Künstlerin und Aktivistin Marsha P.(ay it no mind) Johnson die Stonewall Riots entfachte?

Film des Monats

Sa. 4.5.19 22 Uhr: „Dyke Hard“ präsentiert von Didine & Blessless

Dyke Hard

Bitte Andersson, Schweden 2014, 94 min., OmU, Digital

„Dyke Hard“ sind die geilste Band der Welt, nur leider interessiert das nach ihrem ersten Hit niemanden mehr. Als Sängerin Riff frustriert die Band ver­lässt, wollen Peggy, Bandito und Scotty alleine weiter machen und ihren Ruhm bei einem Band-Contest wieder­beleben. Doch die mysteriöse Milliardärin Moira führt einen grausamen Rache­feld­zug gegen Dyke Hard und versucht mit allen Mitteln, die Mädchen aus dem Weg zu räumen. Werden sie es trotzdem rechtzeitig zum Wett­bewerb schaffen?

Sexsüchtige Rockerinnen, splitternackte Schlossgeister, zügellose Dykes-on-Bikes, um sich schießende Cyborgs, eine rauschhafte Knast-Orgie mit neongreller Lack-und-Leder-Disco-Show und Dildosex auf der Hollywood­schaukel – das ultra-trashige Regiedebüt der Schwedin Bitte Andersson bietet alles, was das queere Herz begehrt.

Präsentiert von den liebreizenden und fantastischen Blessless Mahoney und Didine van der Platenvlotbrug.

Ausgefallen

kein Q-Movie im April

Die Q-Movie Bar macht Platz für die dokumentarfilmwoche und pausiert im April.