jeden ersten Samstag im Monat…

... zeigen wir im B-Movie einen ausgewählten Film: schwul, trans, lesbisch - polygendered. Danach ist Bar. Willkommen sind alle, die im hetero- und homonormativen Mainstream nicht auf ihre Kosten kommen.
Film des Monats

11.6.22, 22 Uhr: „El último verano de la Boyita“ – „Mein Sommer mit Mario“

El último verano de la Boyita
Mein Sommer mit Mario

Julia Solomonoff, Argentinien/Spanien/Frankreich 2009,
88 min., Digital, FSK 12

Da ihre pubertierende ältere Schwester sich von ihr entzieht, verbringt Jorgelina mit ihrem Vater den Sommer auf einer Ranch auf dem Lande. Dort entwickelt sich zwischen ihr und Mario eine enge Freundschaft. Oft hat der nur wenig ältere Mario für die etwa zehnjährige Jorgelina nicht viel Zeit. Schließlich muss er seinen Eltern bei der Arbeit helfen – und er trainiert gerade für ein Pferderennen. Ein wichtiges Ereignis für ihn, will er doch damit endlich als junger Mann in seinem Dorf anerkannt werden!

Die Freundschaft wird überschattet von einem wichtigen Geheimnis: Eines Tages entdeckt Jorgelina einen Blutfleck auf Marios Sattel und einen anderen an seiner Hose. Sie versucht zu verstehen: Warum ist Mario nicht so wie anderen Jungen sind?

Ruhig und einfühlsam erzählt dieser argentinische Film mit natürlich wirkenden jungen Laiendarsteller#innen davon, dass Menschen „intersexuell“ sein können.

Film des Monats

7.5.22, 22 Uhr: „Sharayet – Eine Liebe in Teheran“

Bitte beachtet die am Veranstaltungsabend geltenden Einlassbedingungen des B-Movie (Stand 26.01.22 ist das „2G+“, s. Startseite B-Movie,).

Sharayet – Eine Liebe in Teheran

Maryam Keshavarz, USA/Frankreich/Iran 2010,
105 min., OmU, Digital, FSK 12

Ein Film über die Liebe zweier junger Frauen in Teheran: Nach außen hin nur beste Freundinnen, nutzen die Schülerinnen die Freiräume, die sich ihnen im Rahmen der Jugend-Subkultur und im heimischen Schutz einer liberalen Familie bieten. Als der Bruder eines der Mädchen, ein religiöser Fanatiker, in die Familie zurückkehrt, droht der Kollaps.

Der Erstlingsfilm einer iranisch-ameri­kani­schen Filmemacherin porträtiert als realis­ti­sche Allegorie eindringlich die Schizophrenie einer Gesellschaft, in der sich die Sehnsucht nach Freiheit und Vergnügen zwar Nischen sucht, was aber nur unter dem Siegel der Verschwiegenheit und überschattet von der Drohung staatlicher Restriktionen geschieht.

Film des Monats

2.4.22, 19.30 Uhr: „Uferfrauen“, 22 Uhr: „Out in Ost-Berlin“


Bitte beachtet die am Veranstaltungsabend geltenden Einlassbedingungen des B-Movie (Stand 16.03.22 ist das „FP2-Maske und bei Verzehr: 3G“, s. Startseite B-Movie,).

Uferfrauen – Lesbisches L(i)eben in der DDR

Barbara Wallbaum, D 2019, 115 min., digital

Uferfrauen begleitet sechs Prota­gonis­tin­nen, die in Groß- und Kleinstädten in Nord und Süd der DDR lebten und jede Menge zu erzählen haben: Die Frauen lassen das Publikum an ihrem damaligen Lebensalltag teilhaben, an ihrem Kampf um Selbstbestimmung, der ersten Liebe, un­konventioneller Familienplanung sowie Konflikten mit der SED und dem Gesetz.Uferfrauen vermittelt das omnipräsente Gefühl von der Einsamkeit als Außenseiterin, der gesellschaftlichen Tabuisierung von Homosexualität, dem Zwang nach Konformität und der Anpassung in einem repressiven Staat – ein Leben am (privaten) Rand der Gesellschaft, immer im persönlichen Zwiespalt, ins kalte Wasser zu springen oder am sicheren Ufer zu bleiben.

Out in Ost-Berlin. Lesben und Schwule in der DDR

Jochen Hick, Andreas Strohfeldt, D 2013, 94 min., digital

Auch in der DDR erlebten die meisten Homosexuellen Angst und Schuldgefühle. Seit 1968 war männliche Homosexualität in der DDR straffrei, doch sie blieb ein Tabu. Viele Homo­se­xu­elle gerieten in den dramatischen Konflikt zwischen Hei­mat­liebe und Protest gegen den sie ignorierenden Staat. Manc­he wollten einfach nur „ganz normal leben“, manche wehr­­ten sich gegen ihre Ausgrenzung, andere kämpften für Freiräume und Emanzipation. Argwöhnisch beäugt vom MfS, organisierten sie sich unter dem Dach der evangelischen Kirche. Die „Homos“ wurden ein Politikum. Out in Ost-Berlin er­zählt spannende, überraschende Geschichten aus dem Alltag einer Minderheit in der DDR.

Film des Monats

5.3.22, 22 Uhr: „Benjamin“

Bitte beachtet die am Veranstaltungsabend geltenden Einlassbedingungen des B-Movie (Stand 26.01.22 ist das „2G+“, s. Startseite B-Movie,).

Benjamin

Simon Amstell, GB 2018, 89 min.,OmU

Der 30-jährige Benjamin Oliver (Colin Morgan) ist ein aufstrebender Londoner Filmemacher. Gerade dreht er seinen zweiten Film, in dem er seine eige­nen Bindungsprobleme verarbeitet. Bereits sieben Jahre arbeitet er nun schon an dem Projekt und hat diesem dabei in seinem Leben alles andere unter­geord­net. Eine lange gewälzte künstlerische Entscheidung stößt bei der Uraufführung auf ein geteiltes Echo von Publikum und Kritik.

Am Abend vor der Premiere lernt er in einer Bar den erfolgreichen französischen Sänger Noah (Phénix Brossard) kennen und fühlt sich wie ma­gisch zu ihm hingezogen. Benjamins Sinnkrise wird durch den ausbleibenden Erfolg verschärft, auch weil er nicht weiß, ob er bereit für die „wahre Liebe“ ist, jetzt wo seine Karriere in Trümmern liegt. Die beiden bewegen sich mit viel Freude und viel Schmerz zwischen Nähe und Distanz.

Film des Monats

Sa. 12.02.22 22 Uhr: „Moonlight“

Bitte beachtet die am Veranstaltungsabend geltenden Einlassbedingungen des B-Movie (Stand 26.01.22 ist das „2G+“, s. Startseite B-Movie,).

Moonlight

Barry Jenkins, USA 2016, 111 min.OmU

Der neunjährige, „Little“ genannte Chiron (Alex R. Hibbert) spricht nicht viel. Er frisst den Kummer in sich hinein, den seine alleinerziehende Mutter Paula (Naomie Harris) mit ihrer Cracksucht verursacht. Der Drogenhändler Juan (Mahershala Ali) und dessen Freundin Teresa (Janelle Monáe) helfen dem Jungen, sich zu öffnen.

Als Teenager (Ashton Sanders) hat Chiron dann starke Probleme an der Highschool und macht mit seinem besten Freund Kevin (Jharrel Jerome) die ersten sexuellen Erfahrungen.

Schließlich, mit Ende 20, hat Chiron die Opferrolle abgelegt. Er nennt sich Black (Trevante Rhodes) und macht sein Geld als Drogendealer. Ein überraschender Anruf von Kevin (André Holland) aber löst etwas in ihm aus: Der Freund von früher, in­zwischen ein Koch, bittet Black, ihn in Miami zu besuchen …

Kooperation

Sa. 5.2.22 um 22 Uhr: „CASSANDRO, THE EXÓTICO!“

In dem kleinen Marie Losier Special des B-Movie präsentieren wir:

CASSANDRO, THE EXÓTICO!

FR 2018, 75 Min., OmU, digital, Regie/Kamera: Marie Losier, mit Cassandro

Ein farbenfrohes und tiefgründiges Portrait dieser queeren Lucha-Libre- Legende. Exóticos, Geschlechtsgrenzen überschreitende Drag Wrestler, kämpfen nicht nur gegen ihre Gegner, sondern auch gegen Vorurteile.

Losier begleitet Cassandro, wie er sich mit den zunehmenden körperlichen Strapazen und dem nahenden Ende seiner Karriere auseinandersetzt und sich seinen Dämonen stellt.

Bitte beachtet die am Veranstaltungsabend geltenden Einlassbedingungen des B-Movie (Stand 26.01.22 ist das „2G+“, s. Startseite B-Movie,).

Film des Monats

Sa. 8.1.22 22 Uhr: „En tu ausencia / Wo warst du?“

Bitte beachtet die am Veranstaltungsabend geltenden Einlassbedingungen des B-Movie (Stand 06.01.22 ist das „2G“, s. Startseite B-Movie,).

En tu ausencia / Wo warst du?

Iván Noel, Spanien/Kanada 2008, 99 min., OmU, digital, FSK16

Pablo ist 13 Jahre alt und lebt mit seiner Mutter am Rande eines Dorfes in den spanischen Bergen. Seine einzige Freundin ist Julia, deutlich reifer, aber ebenso allein. Sie hilft ihm, den Schritt vom Kind zum Heran­wachsenden zu voll­zie­hen: Sie gibt ihm Unterricht in Sex und dem Leben im Allgemeinen.

Als Paco, ein Fremder, mit seinem Auto auf dem staubigen Weg liegen bleibt, ist ihm Pablo behilflich. Paco zeigt allerdings mehr Interesse an Pablo als an der Wagenreparatur, und im Dorf gibt es schnell Gerüchte. Insbesondere der Postbote, der seinerseits die Probleme von Pablos Freundin Julia schamlos aus­nutzt, schürt Spekulationen um den Fremden und seine unlauteren Absichten.

Während Pablos Zuneigung zu Paco wächst und ihn seine Gefühle zunehmend ver­wirren, braut sich hinter seinem Rücken aufgrund der Gerüchte eine Tragö­die zusammen, die sein Leben für immer verändern wird.

Film des Monats

Sa. 4.12.21 22 Uhr: „Sorry Angel“

Bitte beachtet die am Veranstaltungsabend geltenden Einlassbedingungen des B-Movie (s. Startseite B-Movie).

Sorry Angel

Christophe Honoré; Frankreich 2018; 132Min.; OmU; digital

Paris, 1993. Der Schriftsteller Jacques ist Mitte 30, teilt sich das Sorgerecht für seinen kleinen Sohn Louis mit dessen leiblicher Mutter und versucht, sich das Leben nicht zu sehr von seiner HIV-Infektion diktieren zu lassen. Auf einer Lesung in der Bretagne lernt er den Nachwuchsfilmemacher Arthur kennen, der gerade beginnt, sich von den Fesseln der Provinz zu befreien. Arthur verliebt sich auf den ersten Blick in den geheimnisvollen Autor. Doch Jacques zögert, sich auf die Beziehung mit dem deutlich jüngeren Mann einzulassen. Auch weil er ahnt, dass ihnen dafür nicht mehr viel Zeit bleiben würde …

»Sorry Angel« erzählt eine Liebesgeschichte, obwohl Jacques und Arthur nie zusammenkommen, und handelt von der »AIDS-Epoche« ohne die üblichen Muster zu bedienen. Ein zärtlicher und zutiefst berührender Film über körperliche und intellektuelle Verführung, übers Jungsein und Altwerden, über die große Liebe und den Mut, bis zuletzt seinen Gefühlen zu folgen.

Vorher zeigt das B-Movie um 20 Uhr einen Film, der voriges Jahr bei den Lesbisch Schwulen Filmtagen zu sehen war:

Neubau

https://salzgeber.de/neubau

Film des Monats

Sa. 6.11.21, 22 Uhr: „Salo“

Bitte beachtet die am Veranstaltungsabend geltenden Einlassbedingungen des B-Movie (s. Startseite B-Movie).

Salo

Mike Jacinto; Philippinen 2011; 70 Min. OmU; Digital

Der reiche Yuppie Rene (Paolo Rivero) lebt im Haus seiner Großmut­ter, die er liebt und verehrt. Sein Fahrer Levi (Kristofer King) wohnt im selben Haus. Tagtäglich fährt Levi Rene ins Büro, denn der konzentriert sich ganz auf seine Karriere. Rene verbirgt jedoch ein Geheimnis: Er begehrt Männer. An einem Wochenende lässt er sich von Levi in sein Haus am Meer fahren. Überwältigt von der maskulinen Schönheit und Anmut Levis, lässt Rene alle Zurückhaltung fallen … es wird ein Wochenende, das das Leben beider nachhaltig verändert.

Miko Jacinto erzählt ein bekanntes Thema mit großem Einfühlungs­vermögen und überraschenden Wendungen.

Film des Monats

Sa, 09.10.21, 22 Uhr: „Casa Roshell“

Nach dem Ausfall der ursprünglich für den 07.11.2020 geplanten Vorführung jetzt ein zweiter Versuch.

Bitte beachtet die am Veranstaltungsabend geltenden Einlassbedingungen des B-Movie (s. Startseite B-Movie).

Vorab: Schon um 19.30 Uhr zeigt das B-Movie:
El Principe (Der Prinz)

CL/AR/BE 2019, 96 Min., OmU, DCP, Regie: Sebastián Muñoz, mit Juan Carlos Maldorado, Alfredo Castro, Gastón Pauls

Chile 1969, Salvador Allende stellt sich zur Wahl. Der junge Jaime ersticht eifersüchtig seinen Freund. Im Gefängnis nimmt Potro ihn unter seinen Schutz, der Preis: Loyalität und sexuelle Unterordnung. Doch inmitten der Macht- und Revierkämpfe wächst ihre Zuneigung. Das Gefängnis, fern von Allendes Sozialismus, wird Jaimes Schule des Lebens. Queer Lion beim Festival von Venedig.

„Casa Roshell“

Camila José Donosa, CL/MX, 2017, 71 Min., OmeU, digital

Ein zweites Zuhause würde man hier nicht erwarten. Die Überwachungskamera zeigt einen trostlosen Eingang in einer unscheinbaren Straße in Mexiko-Stadt. Drinnen Discobeleuchtung und leere Tische. Aber die Vorbereitungen laufen schon und feste Rollen gibt es bald nicht mehr: Bartstoppeln verschwinden, Make-up wird aufgetragen, Haarsträhnen zurechtgezupft. Die Kamera ist nicht auf die Männer gerichtet, sondern darauf, wie sie sich im Spiegel sehen. Es bleibt Zeit für eine Übung, bevor die Party steigt: elegant zu laufen, sich die richtigen Buchstaben vorstellen und überlegen, was für eine Frau man sein möchte. Bei Musik und Drinks fallen dann die letzten Schranken: zwischen Mann und Frau, schwul, hetero und bi, Vergangenheit und Gegenwart, Wirklichkeit und Fiktion. Wie sie dasitzen und plaudern oder vorm Darkroom warten, erinnern sie an Filmfiguren, unerreichbar glamourös, was nicht bedeutet, ihre Geschichten seien nicht wahr. Das Filmmaterial, das die digitalen Bilder ablöst, wird zum Symbol für die Erinnerungen an die Casa Roshell und die Schemen all jener, die hierherkamen, um sich nicht mehr allein zu fühlen. Mag die Utopie klein sein, die Welt draußen hat noch einiges aufzuholen.

Casa Roshell | Film, Trailer, Kritik